Stammbaum

Matteo ist Mathildas Großonkel, Selma ist die Schwippschwägerin von Emilia und der Urgroßvater war ein Vetter des berühmten Grafen von Wartburg. Familienverhältnisse sind oft schwierig zu verstehen und unübersichtlich. Verwandtschaftsgrade verschwimmen. Besonders bei adligen Familien oder Familien mit einem großen Besitztum ist die Klärung der Verwandtschaftsverhältnisse eine wichtige Angelegenheit.
Die familiäre Herkunft bestimmt über Image und Erbschaft.

Wichtige Familien mit langer Tradition führen deshalb einen so genannten Stammbaum. Jeder einzelne Mensch kann für dich selbst einen Stammbaum erstellen, um seine Geschichte und seine Wurzeln zu erfahren.
Ein Stammbaum beginnt immer mit der Bezugsperson, die ganz unten im Stamm als Wurzel eines Baumes dargestellt wird. Darüber erscheinen deren Eltern, die wiederum beide Eltern hatten und grafisch dargestellt werden. So verzweigt sich der Baum immer mehr über viele Generationen. Die jeweiligen Personen werden mit kleinen Fotos gezeigt oder namentlich an der entsprechenden Stelle platziert.
Eine andere Form der Darstellung ist die Ahnentafel, bei welcher die Bezugsperson ganz oben erscheint und sich die Vorfahren nach unten hin immer mehr verzweigen. Grafisch ist es die exaktere Form.
Nicht nur auf den Mensch ist ein Stammbaum anwendbar.

Der bedeutendste Stammbaum ist im Laufe der Jahrmillionen ein riesiger Busch mit Millionen kleinster Verzweigungen geworden. Der evolutionäre Stammbaum erläutert anschaulich die Entstehungsgeschichte aller Lebewesen, angefangen von den Einzellern bis hin zum Menschen.
Die Herkunft einer Person im Sinne von Abstammung kann mit einem Stammbaum über Jahrhunderte hinweg verfolgt werden. Ein solches Netzwerk besteht aus vielen Knoten und Verzweigungen. Wissenschaftlich von Bedeutung sind familiäre Stammbäume in der Genealogie, der Ahnenforschung.
Es gibt verschiedene Formen, einen Stammbaum zu erstellen. So werden in manchen Fällen nur die weiblichen oder männlichen Vorfahren dargestellt. Ein solches Verfahren kann zur Bestimmung genetischer Veranlagung von Bedeutung sein.
Zur Erklärung von familiären Zusammenhängen erscheinen auf anderen Formen des Stammbaumes nur die Familienmitglieder mit gleichem Nachnamen.

Der Begriff Baum ergibt sich aus der grafischen Darstellung, wobei der Baum dabei eine paradoxe Form annimmt. Ganz unten in der Wurzel befindet sich die jüngste Person, die im naturellen Sinne eigentlich der älteste Teil des Baumes und gleichzeitig sein Ursprung ist. Im Stammbaum befinden sich in den verzweigten Ästen die Ahnen, also die ältesten Familienmitglieder. In der Natur hingegen sind die Triebe der jüngste Teil des Baumes.
Das besondere an einem Stammbaum ist die exakt symmetrische Darstellung, denn jeder Mensch hat zwei Elternteile, die nach oben hin dargestellt werden.

Der Begriff des Stammbaums hat in der Wissenschaft der Ahnenforschung eine feste Stellung. Jedoch wird oft fälschlicherweise ach die Ahnentafel als Stammbaum bezeichnet. Nach dem historischen Sprachgebrauch ist der Begriff jedoch nur bei grafischer Darstellung eines Baumes verwendbar.
Der Bedarf an Klärung familiärer Zusammenhänge ist groß. Hinter diesem Bedürfnis stecken nicht nur finanzielle Gründe bei anstehender Erbschaft. Oft ist der Wunsch nach Identifikationsfindung primär und im Vordergrund. Zugehörigkeit und Persönlichkeitsfindung spielen eine Rolle. Die Erstellung von lang verzweigten Stammbäumen über viele Generationen hinweg ist deshalb in Zeiten der kommerziellen Gesellschaft mit Vereinsamung des Individuum seit einiger Zeit eine lukrative Einkommensquelle für findige Unternehmer geworden. Stammbäume finden sich heute wie auch in vergangenen Zeiten als wertvolle Gemälde, als Salzdruck oder in anderer künstlerischer Darstellungsform.

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