Nachfahren
Als Nachfahren – seltener auch Nachkommen genannt – werden Kinder und Kindeskinder bezeichnet, die, unabhängig von ihrem Geschlecht von einer bestimmten Person bzw. von bestimmten Eltern abstammen. Die Erforschung der auf Abstammung beruhenden Zusammenhänge zwischen den Menschen, das heißt die Erforschung von Ursprung, Folge und Verwandtschaft der Geschlechter, wird als Genealogie (abgeleitet aus dem griechischen „geneá“ = Abstammung, Geburt) bezeichnet. Sie beschäftigt sich mit der Ahnenforschung sowie mit der Familien- und Geschlechterkunde. Die Lehre der Abstammung wird in zwei Bereiche eingeteilt. Zum einen in die allgemeine oder theoretische Genealogie, die die Aufgabe hat die Gesetzmäßigkeiten im Abstammungsgeschehen zu erforschen und darzustellen und zum anderen in die praktisch angewandte oder darstellende Genealogie, die sich mit der Aufklärung von Abstammung und Verwandtschaft einer bestimmten Person (Proband) oder mehren Personen beschäftigt. Die Ergebnisse solcher Nachforschungen werden zumeist in einer grafischen – tabellarischen Darstellung aufgeführt. Während auf diese Art festgehaltene Vorfahren in einer Ahnentafel registriert werden, die alle nachweisbaren Vorfahren (Aszendenten) einer bestimmten Person erhalten, werden die Nachfahren (Deszendenten) in einer Enkeltafel eingetragen, die die direkten Nachfahren eines Probanden in einer absteigenden Folge (Kind, Enkel, Urenkel usw.) aufführt. Diese Stammtafeln halten entweder nur männliche Nachfahren fest und enthalten auch nur Nachkommen mit gleichem Familiennamen oder sie verzeichnen die von einem Elternpaar abstammenden Kinder in weiblicher und männlicher Linie. Stammtafeln auf denen Vor- und Nachfahren verzeichnet sind, werden als Sippschafts- oder Verwandtschaftstafeln bezeichnet und enthalten alle Blutsverwandten einer Person. Die Abstammungsreihen sind der Nachweis für die unmittelbare Abstammung eines Nachfahren von bestimmten Ahnen. Grundlegende Quellen der Genealogie sind Kirchenbücher die bis 1876 Heirat, Geburt und Sterbefälle registrierten. Seit dieser Zeit werden solche Daten in Standesamtsregistern aufgeführt.
Die Abstammung eines Menschen war bereits während des Altertums und des Mittelalters von großer Bedeutung, um die Legitimität, Anerkennung oder Zulassung zu einer bestimmten Gruppe oder Position zu erhalten (z.B. Priesterschaft, Thronfolge, Adelsstand).